{"id":5893,"date":"2025-11-20T10:04:41","date_gmt":"2025-11-20T09:04:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.es-law.de\/?p=5893"},"modified":"2025-11-20T10:04:41","modified_gmt":"2025-11-20T09:04:41","slug":"sozialversicherungspflicht-bei-krankenhauskooperation-mit-gemeinschaftspraxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.es-law.de\/en\/sozialversicherungspflicht-bei-krankenhauskooperation-mit-gemeinschaftspraxis\/","title":{"rendered":"Sozialversicherungspflicht bei  Krankenhauskooperation mit Gemeinschaftspraxis"},"content":{"rendered":"<p><strong>Worum ging es?<\/strong><\/p>\n<p>Es ging es um eine Kooperation zwischen einer Klinik und einer Gemeinschaftspraxis (Berufsaus\u00fcbungsgemeinschaft, \u201eBAG\u201c) auf dem Gebiet der Nephrologie.<\/p>\n<p>Da die Klinik \u00fcber keine Nephrologen verf\u00fcgte, schloss sie einen Kooperations-vertrag mit einer BAG in der Rechtsform einer GbR zur Behandlung voll-\/teilstation\u00e4rer und ambulanter nephrologischer Patienten der Klinik. Darin verpflichtete sich die BAG zur \u00dcbernahme der von der Klinik angeforderten Leistungen durch ihre Gesellschafter oder angestellte \u00c4rzte mit entsprechender Qualifikation. Rechtsgrundlagen der Kooperation waren die f\u00fcr die Klinik geltenden Rechtsvorschriften. Weiter waren von den eingesetzten \u00c4rzten die von der Klinik vorgehaltenen Mittel zu verwenden, die zur Abrechnung notwendigen Ausk\u00fcnfte zu erteilen sind und die eigene Dienstkleidung einzusetzen. Das leistungsbezogene Honorar erhielt die BAG.<\/p>\n<p>Die DRV hielt den auf dieser Basis in der Klinik eingesetzten Arzt (Gesellschafter der BAG) f\u00fcr abh\u00e4ngig besch\u00e4ftigt und setzte Beitr\u00e4ge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung fest.<\/p>\n<p><strong>Die Entscheidung des BSG<\/strong><\/p>\n<p>Das BSG sah den Arzt im Rahmen seiner T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Klinik als Besch\u00e4ftigten i. S. des \u00a7 7 SGB IV.<\/p>\n<p>Bei mehreren Beteiligten eines Auftragsverh\u00e4ltnisses komme es auf eine Gesamtbetrachtung an, so der Vorsitzende. Im Rahmen seiner Eins\u00e4tze habe ein <em>\u201emit Honorar\u00e4rzten vergleichbarer Grad der Abh\u00e4ngigkeit\u201c<\/em> bestanden.<\/p>\n<p>Zwar wurde der Kooperationsvertrag mit der BAG geschlossen. Der Kl\u00e4ger hafte aber als Gesellschafter akzessorisch f\u00fcr deren Verbindlichkeiten (\u00a7\u00a0128 BGB\u00a0a.\u00a0F.), davon weiche der Kooperationsvertrag nicht ab. Der Kl\u00e4ger sei nach den konkreten Umst\u00e4nden <em>\u201ewie ein Honorararzt\u201c<\/em> in den Klinikbetrieb eingegliedert gewesen, habe die dortigen Einrichtungen und das Personal genutzt und der Klinik habe ein Letztentscheidungsrecht zugestanden. Der Inhalt des Kooperationsvertrags \u00e4ndere <em>\u201enichts an der Organisationshoheit der Klinik bei der Ausf\u00fchrung der Dienstleistung\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Das Fehlen einer Pflicht zur pers\u00f6nlichen Leistungserbringung sei unbeachtlich, da es durch die vertraglich geforderte Qualifikation und Zugeh\u00f6rigkeit zur BAG gerade <em>auch<\/em> auf den Einsatz des Kl\u00e4gers angekommen sei.<\/p>\n<p>Die T\u00e4tigkeit sei auch \u201egegen Entgelt\u201c erfolgt, hier sei das mit der BAG vereinbarte Entgelt als Verg\u00fctung heranzuziehen \u2013 unabh\u00e4ngig von Regelungen zur Gewinnverteilung im Innenverh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p><strong>Wichtig f\u00fcr die Praxis:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Kooperation mit einer BAG (GbR) sch\u00fctzt nicht mehr rechtssicher vor Sozialversicherungspflicht der darin t\u00e4tigen \u00c4rzte.<\/li>\n<li>Sozialversicherungsrechtliche Risiken bei Kooperationen zwischen Kliniken und Gemeinschaftspraxen lassen sich nicht (mehr) ausschlie\u00dfen, aber \u00fcber den Inhalt des zugrunde liegenden Kooperationsvertrages ma\u00dfgeblich verringern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worum ging es? Es ging es um eine Kooperation zwischen einer Klinik und einer Gemeinschaftspraxis (Berufsaus\u00fcbungsgemeinschaft, \u201eBAG\u201c) auf dem Gebiet der Nephrologie. Da die Klinik \u00fcber keine Nephrologen verf\u00fcgte, schloss sie einen Kooperations-vertrag mit einer BAG in der Rechtsform einer GbR zur Behandlung voll-\/teilstation\u00e4rer und ambulanter nephrologischer Patienten der Klinik. 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