{"id":5677,"date":"2025-05-06T13:23:45","date_gmt":"2025-05-06T11:23:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.es-law.de\/?p=5677"},"modified":"2025-05-06T13:26:32","modified_gmt":"2025-05-06T11:26:32","slug":"werbung-fuer-beauty-eingriffe-auf-instagram-und-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.es-law.de\/en\/werbung-fuer-beauty-eingriffe-auf-instagram-und-co\/","title":{"rendered":"Werbung f\u00fcr Beauty-Eingriffe auf Instagram und Co."},"content":{"rendered":"<p><strong>Prominente Beteiligte<\/strong><\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit ihren Auftritten in der Reality-Show \u201eDr. Rick &amp; Dr. Nick\u201c sind Dr. med. Henrik He\u00fcveldop und Dr. med. Dominik Bettray einer breiteren \u00d6ffentlichkeit als die \u201eBeauty-Doks\u201c bekannt. Mit ihrem expandierenden Unternehmen Aesthetify GmbH bieten sie \u00e4sthetische Behandlungen an. Auf Instagram warben sie mit Vorher-Nachher-Abbildungen f\u00fcr minimalinvasive Sch\u00f6nheitsbehandlungen, insbesondere f\u00fcr Unterspritzungen mit Hyalurons\u00e4ure und Botox.<\/p>\n<p>In dieser reichweitenwirksamen Werbekampagne sah die Verbraucherzentrale NRW einen Versto\u00df gegen den Verbraucherschutz und reichte eine Klage beim OLG Hamm auf Unterlassung gegen die Aesthetify GmbH ein. Dort wurden auch die jeweiligen Klarnamen erw\u00e4hnt und ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>Die Entscheidung des OLG Hamm<\/strong><\/p>\n<p>Mit Urteil vom 29.08.2024 (Az.: I-4 UKl 2\/24) gab das OLG Hamm der Verbraucherzentrale NRW recht. Die geschaltete Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern f\u00fcr Unterspritzungen mit Hyalurons\u00e4ure und Botox sei unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 11 Abs. 1 Satz 3 Heilmittelwerbegesetz (HWG) ist die Werbung f\u00fcr operative plastisch-chirurgische Eingriffe zur Ver\u00e4nderung des menschlichen K\u00f6rpers ohne medizinische Notwendigkeit unzul\u00e4ssig, wenn hierbei mit der Wirkung einer solchen Behandlung durch vergleichende Darstellung des K\u00f6rperzustandes oder des Aussehens vor und nach dem Eingriff geworben wird.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Beklagte vertrat, dass es sich bei Unterspritzungen um keine operativen plastisch-chirurgischen Eingriffe handle, sah das OLG Hamm dies anders. Es stellte klar, dass der Schutzzweck des \u00a7 11 HWG als verbrauchersch\u00fctzende Vorschrift weit zu verstehen sei. Die Vorschrift sei damit nicht auf \u201eklassische\u201c operative Eingriffe mit \u00d6ffnung des K\u00f6rpers beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Mit dem gegenst\u00e4ndlichen Werbeverbot solle die Bev\u00f6lkerung vor erheblichen Gesundheitssch\u00e4den und Risiken medizinisch nicht indizierter \u00e4sthetischer Eingriffe gesch\u00fctzt werden. Vor diesem Hintergrund reiche die potenzielle Gef\u00e4hrlichkeit eines Eingriffs, unabh\u00e4ngig von dessen Intensit\u00e4t, aus. Erhebliche Gesundheitsgef\u00e4hrdungen drohten auch bei Unterspritzungen von Hyaluron und Botox.<\/p>\n<p><strong>Warten auf den BGH<\/strong><\/p>\n<p>Die Entscheidung ist mit Hinblick auf den hoch h\u00e4ngenden Gesundheitsschutz nachvollziehbar. Da Social-Media-Plattformen mittlerweile zu einflussreichen Instrumenten sowohl der Meinungsbildung als auch der Herausbildung von Sch\u00f6nheitsidealen herangewachsen sind, macht dies die vorliegende Konstellation besonders relevant. Werbung auf Social-Media ist besonders zielorientiert, aber es gibt nach Ansicht des OLG Hamm strenge Grenzen, die einzuhalten sind.<\/p>\n<p>Ob die rechtliche Beurteilung des OLG Hamm schlussendlich verf\u00e4ngt, wird nun der BGH entscheiden. Das Revisionsverfahren ist anh\u00e4ngig (Az. I ZR 170\/24).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prominente Beteiligte Sp\u00e4testens seit ihren Auftritten in der Reality-Show \u201eDr. Rick &amp; Dr. Nick\u201c sind Dr. med. Henrik He\u00fcveldop und Dr. med. Dominik Bettray einer breiteren \u00d6ffentlichkeit als die \u201eBeauty-Doks\u201c bekannt. Mit ihrem expandierenden Unternehmen Aesthetify GmbH bieten sie \u00e4sthetische Behandlungen an. 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