{"id":5324,"date":"2024-01-26T13:52:31","date_gmt":"2024-01-26T12:52:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.es-law.de\/pflegepersonalbemessung-auf-dem-pruefstand\/"},"modified":"2024-01-26T13:52:31","modified_gmt":"2024-01-26T12:52:31","slug":"pflegepersonalbemessung-auf-dem-pruefstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.es-law.de\/en\/pflegepersonalbemessung-auf-dem-pruefstand\/","title":{"rendered":"Pflegepersonalbemessung auf dem Pr\u00fcfstand"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die PpUGV als Bemessungsinstrument<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) ist ein Instrument in Kraft, das in Krankenh\u00e4usern Mindestvorgaben an die pflegerische Personalausstattung festlegt.<\/p>\n<p>Hierzu definiert das Bundesgesundheitsministerium sog. pflegesensitive Bereiche im Krankenhaus. Diese werden pauschal und auf Grundlage der gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a021\u00a0KHEntgG \u00fcbermittelten Daten und bestimmter Indikatoren-DRGs durch das InEK ermittelt.<\/p>\n<p><strong>Grenzziehung durch das LSG BW<\/strong><\/p>\n<p>Dieser pauschalen Ermittlung hat das LSG Baden-W\u00fcrttemberg nun Grenzen gesetzt.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin, Tr\u00e4gerin eines Plankrankenhauses, machte geltend, dass das InEK bei ihr zu Unrecht den pflegesensitiven Bereich der Neurologie ermittelt habe. Zwar verf\u00fcge ihre Klinik \u00fcber eine neurologische Fachabteilung, jedoch behandle ihre Klinik keine \u00fcblichen akutneurologischen Krankheitsbilder. Dies habe zur Folge, dass ein wesentlich geringerer pflegerischer Personaleinsatz erforderlich sei.<\/p>\n<p>Das LSG Baden-W\u00fcrttemberg entschied nun, dass eine pauschalierte, vom jeweiligen Pflegeaufwand unabh\u00e4ngige Festsetzung von Pflegepersonaluntergrenzen gegen den Gleichheitssatz nach Art.\u00a03\u00a0Abs.\u00a01\u00a0GG verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>Damit sei die Ermittlung pflegesensitiver Bereiche jedenfalls allein auf Grundlage der Vorhaltung einer bestimmten Fachabteilung unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<p><strong>Der ma\u00dfgebliche Pflegeaufwand<\/strong><\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0137i Abs. 1 Satz 3 SGB V sind Pflegepersonaluntergrenzen differenziert nach Schweregradgruppen nach dem jeweiligen Pflegeaufwand festzulegen.<\/p>\n<p>Dabei sei gerade notwendig, dass der Zweck des Gesetzes erreicht wird: Die Vermeidung unerw\u00fcnschter Ereignisse infolge weniger Pflegepersonen, also die Verhinderung von Gesundheitsgef\u00e4hrdungen f\u00fcr die Patienten.<\/p>\n<p><strong>Bewertung<\/strong><\/p>\n<p>Mit dieser Entscheidung leistet das LSG Baden-W\u00fcrttemberg einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Krankenh\u00e4user.<\/p>\n<p>Insbesondere f\u00fcr solche Krankenh\u00e4user, deren atypische Versorgungskonzepte bisher nicht hinreichend vom Verordnungsgeber ber\u00fccksichtigt werden, er\u00f6ffnen sich M\u00f6glichkeiten eines Auswegs aus der Bindung an strikte Personalschl\u00fcssel.<\/p>\n<p>Ma\u00dfgebliche Frage wird jeweils auch hierbei sein, ob der Gesetzeszweck erf\u00fcllt werden kann.<\/p>\n<p>Zwar befindet sich derzeit mit der \u201ePflegepersonalbemessungsverordnung\u201c (PPBV) ein neues Bemessungsinstrument im Entwurfsstadium. Es kann jedoch bezweifelt werden, dass die PPBV hier vollst\u00e4ndig zu einer befriedigenden L\u00f6sung des bestehenden Personaldrucks beitragen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die PpUGV als Bemessungsinstrument Mit der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) ist ein Instrument in Kraft, das in Krankenh\u00e4usern Mindestvorgaben an die pflegerische Personalausstattung festlegt. Hierzu definiert das Bundesgesundheitsministerium sog. pflegesensitive Bereiche im Krankenhaus. Diese werden pauschal und auf Grundlage der gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a021\u00a0KHEntgG \u00fcbermittelten Daten und bestimmter Indikatoren-DRGs durch das InEK ermittelt. 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